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Artikel zur Eröffnung des Museums

Im Jahr 2006 fand die vorerst letzte Internationale Friedensfahrt statt. Soll dieses Radrennen wirklich nur noch im Museum präsent sein? Oder doch positiv ausgedrückt: Immerhin wird künftig ein Friedensfahrtmuseum an die einstigen Pedalritter und an alles, worum sich die Tour drehte, erinnern. Die Friedensfahrt galt in ihrer langen Geschichte als schwerstes Amateur-Etappenrennen der Welt. Viele von denen, die sich hier bewährten, waren nach der politischen Wende 1989/90 auch bei harten Profirennen in  Westeuropa erfolgreich. Viele Ausstellungsstücke aus dem Privatbesitz der Fahrer kamen und kommen immer noch in Kleinmühlingen an. Dort existiert, dank einer Initiative des radsportbegeisterten Horst Schäfer, seit einigen Jahren bereits ein kleines Museum. Nicht selten brachten Besucher auch eigene Erinnerungsstücke mit: Programmhefte, Wimpel, Abzeichen, Bücher, Autogramme und und und … Sehr schnell stieß das kleine Friedensfahrtmuseum an seine Kapazitätsgrenzen. Die Betreiber des Museums, der „Verein Radfreizeit, Radsportgeschichte und Friedensfahrt e.V.“ und die Gemeinde Kleinmühlingen suchten nach einer Erweiterungsmöglichkeit für die Ausstellung. Ein Grundstück war bald gefunden, ein Museumsneubau geplant und gebaut.

Von der Grundsteinlegung im Jahr 2005 bis zur Eröffnung vergingen gerade mal zwei Jahre.Was sich hier so leicht hinschreibt, wurde in ehrenamtlicher Arbeit geleistet. Unternehmen vor allem aus Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen halfen. Sie stellten Technik, Baumaterialien oder Ausrüstungen zur Verfügung. Vereinsmitglieder mauerten, verputzten und waren bei der Ausgestaltung der neuen Räume dabei. Täve Schur hatte in den letzten fünf Jahren immer nur einen Geburtstagswunsch: „Schenkt mir keine Blumen oder Ähnliches. Spendet für das Friedensfahrtmuseum.“ Das zahlte sich buchstäblich aus. Der Neubau war errichtet. Am 24. November 2007 um 13:00 Uhr fand die offizielle Eröffnung des „Radsportmuseum Course de la Paix“ in Kleinmühlingen statt. Ihr Kommen hatten bereits eine ganze Reihe ehemaliger Radsportler und Aktive zugesichert. Auch Reporter-Legende Heinz-Florian Oertel ließ es sich nicht nehmen, bei der Eröffnung dabei zu sein. Für Täve Schur, Klaus Ampler, Detlef Zabel, und Thomas Barth war es eine Selbstverständlichkeit an diesem Tag vor Ort zu sein. Für die Radsportgemeinde Kleinmühlingen und ihren „RSV 1921 Kleinmühlingen e. V.“ ist es der Höhepunkt des Jahres. Dieser Kunstradsportverein hat eine sehr gute Abteilung Kunstradfahren. Deren Sportlerinnen und Sportler zählen zur erweiterten deutschen Spitze im Nachwuchs. Überall wo Horst Schäfer, der Leiter des Museums auftaucht, wird er erkannt, fast wie Täve. Jeder hat Fragen an ihn. Die erste: „Wann kann ich Ihr Museum besuchen, ich muss es unbedingt sehen?“ Die Zweite: „Was ist mit der Friedensfahrt?“ und „Wann geht sie weiter?“ Die erste beantwortet er sofort, bei der zweiten und dritten sagt er nachdenklich: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Wir müssen die Radsportverbände in Polen, Tschechien und Deutschland überzeugen, dass dieses Rennen unbedingt wieder in den internationalen Radsportkalendern vertreten ist. Noch gibt es Chancen dafür.“

Ralf Fiebelkorn